...hat übrigens jemand schon mal ein dichtes Loch gesehen? Diese Metapher vom "undichten Loch" wird Lord Holdhurst in Maritims Teil 23: Der Flottenvertrag in den Mund gelegt. Was leider nicht die einzige sprachliche Unreinheit in diesem Stück ist. Ganz davon abgesehen, dass das Hörspiel zu Beginn gleich mal den Eindruck vermittelt, Holmes und Watson teilen sich ein Bett, das genau hinter der Eingangstür steht oder alternativ: Holmes und Watson teilen sich ein Bett und Lestrade hat einen Schlüssel zur Wohnung... (Das grenzt ja fast schon an das österreichische Hörspiel mit diesen minderbegabten Sprechern, in dem Watson sagt: "Setzen Sie sich hier hin vor die Toilette..."
Schon wenige Minuten später leistet sich der große Chronist Watson dann einen Schnitzer. In seiner Erzählung der Ereignisse sagt er: "Aber ebenso wenig wie Lestrade konnte er keine Geheimtür entdecken". Ja, was denn nun? Die doppelte Verneinung ist wirklich tückisch...
Alles in allem habe ich mich fast darüber geärgert, dass ich ein Kapitel von "Speak German!" zugunsten des Hörspiels ausfallen ließ. Denn das war eindeutig eine Demonstration, wie man die Sprache nicht anwenden sollte. Fehlte ja nur noch ein: "Das macht Sinn, Watson!"
Ganz davon abgesehen, dass die schon öfter von mir gescholtene Rahmenhandlung mal wieder kein Stück zum Doyle'schen Original passt. Percy Phelps ist in diesem Fall nämlich nicht Watsons alter Rugby-Kollege und wie zum Hohn sagt Holmes, als Watson über einen Gartenzaun klettert: "Ist der Mann unsportlich!"
Da bleibt wirklich nur zu hoffen, dass Teil 24: Das Zeichen der Vier besser wird! Allerdings ahne ich auch da schon Böses, denn eigentlich wäre das ja ein früher Fall des Duos gewesen und Watson hätte danach geheiratet und wäre aus der Baker Street ausgezogen... welche Lösung uns also für dieses Problem erwartet... seien wir gespannt.
Immerhin fehlen von dem Duo Rode/Groeger aber auch noch die Fälle "Das letzte Problem" und "Das leere Haus", so dass Miss Mary Morstan aka Mrs. Watson bereits zwei Folgen später ihre ewige Ruhe gefunden haben könnte.
Warten wir es ab und hoffen wir, dass sich Autoren und Sprecher nächstes Mal wenigstens soviel Zeit lassen, damit sie die undichten Löcher stopfen und keine geheimen Türen nicht finden können...
Dienstag, 8. Juli 2008
Montag, 7. Juli 2008
Der Fall mit dem Nachttopf der Nachbarin...
Unnötig, mal wieder zu erwähnen, wie lange der letzte Eintrag hier her ist. Leider besteht mein einziger Lebensinhalt derzeit darin, alle Feinheiten von CakePHP kennenzulernen und ob man das eigentlich möchte, wage ich mal stark zu bezweifeln. Ich habe es bisher nicht mal geschafft, mir das Lupin-Hörspiel anzuhören. Schande! Das liegt aber zu einem gewissen Teil vermutlich daran, dass das Aufnehmen von Internet-Radio nicht so trivial ist, wie es vielleicht klingen mag und dass DVD-Rekorder seltsamerweise nicht geeignet sind, Audio aufzuzeichnen... nun, wie dem auch sei, habe ich gestern jedenfalls Teil 22 der Maritim-Reihe gehört und ich schätze, das ist mal wieder geeigneter Stoff für eine Live-Darbietung der Herren Rode/Groeger. Seltsamerweise ist die Rahmenhandlung auch schon wieder die gleiche wie beim Musgrave-Ritual: Holmes soll aufräumen und Watson jammert. Die leicht bis mittelschwere komödiantische Färbung der Adaption ist wohl Geschmackssache, aber das durften wir ja schon in den früheren Stücken erleben.
Seltsam auch die Tatsache, dass Holmes jemals in seinem Leben mit seinem Vornamen angeredet worden sein soll.
Heute Abend gehts dann an Teil 23: Der Flottenvertrag.
Näheres dazu dann also morgen...
Seltsam auch die Tatsache, dass Holmes jemals in seinem Leben mit seinem Vornamen angeredet worden sein soll.
Heute Abend gehts dann an Teil 23: Der Flottenvertrag.
Näheres dazu dann also morgen...
Montag, 23. Juni 2008
Monsieur Poirot und ich
Warum der Franzose, von dem wir alle wissen, dass er ein Belgier ist? Nun ja, ich muss eingestehen, dass er der Grund ist, warum ich mich überhaupt für Kriminalgeschichten interessiere... oder ich sollte wohl besser sagen, er war Ausschlaggeber dieser Passion. Das wurde mir zumindest klar, als ich vorgestern eine Lesung von "Mord im 3. Stock" hörte. Ich erinnerte mich, dass es genau diese Geschichte war, die mich damals... so vor 15 oder 16 Jahren unheimlich faszinierte, als wir sie in der Schule vorgelesen bekamen. Ich weiß noch genau, dass es um diesen Kohleschacht ging. Nun ist sie also wieder aufgetaucht, die Geschichte. Dass der "größte Detektiv Londons" mit noch mehr Effekthascherei arbeitet als der allergrößte Detektiv Londons eine Generation zuvor, ist mir erst heute klar. Damals fand ich es ziemlich faszinierend.
Doch fort von Poirot und hin zu Holmes. Gestern habe ich mal einen Blick in das SH-Handbuch geworfen, das die neue Weltbild-Sammleredition abrundet. Wirklich nett. Ich hab zwar erst das erste Kapitel gelesen, aber die Hardwicks sind wohl ebenjene Holmes-Puristen, die man nach zu vielen schlechten Verfilmungen nötig hat. Wenn man aus dem Holmes'schen Kanon schon eine Wissenschaft machen möchte, ist der Kanon eben auch das einzige, auf das man sich stützen kann.
Insgesamt scheint mir die Weltbild-Edition wirklich schön gemacht zu sein, auch wenn sie sich zu Unrecht rühmt, die "erste deutsche Ausgabe mit den Original-Illustrationen" zu sein. Schon in der Delphin-Reihe waren Paget-Illustrationen drin.
Ach ja, dann gabs natürlich noch eine kleine Sensation: es wird nun bald Arsène-Lupin-Hörspiele geben! Ganz neu produziert. Warum es nun unbedingt "Die Gräfin Cagliostro" sein musste, verstehe ich zwar nicht, aber gut. Vielleicht ist die Hörspielfassung ja besser als das Buch, da gestraffter *g* Das zweite Hörspiel der Reihe scheint mir allerdings sehr interessant: "Die hohle Nadel". Holmes als Lupins Nemesis. Holmes alias Sholmès wird natürlich vom SWR-Holmes-Veteranen Walter Renneisen gesprochen. Achim Hall, der früher schon in Holmes-Hörspielen Nebenrollen gesprochen hat, leiht Graf de Gesvres seine Stimme.
Bei einem neuerlichen Blick in das Buch musste ich feststellen, dass Holmes in diesem Teil eigentlich keine so große Rolle zukommt, dass er bei den Sprechern so weit oben hätte Erwähnung finden müssen. Vielleicht wurde seine Rolle für das Hörspiel ja etwas gestreckt. Schließlich werden wir nicht die schöne Szene um Sholmès und Wilson miterleben dürfen, als Lupin sie in einem Haus einsperrt, damit sie ihn nicht bei einem seiner Beutezüge stören.
Nun, wie dem auch sei. Ich hoffe, dass die Produktion gut ist. Am 3./10. Juli werden wir uns von der "Grafin Cagliostro" und am 23./30. Juli von der "Hohlen Nadel" selbst ein Bild machen können. Alle Teile laufen auf SWR2 jeweils von 21.03-22.15 Uhr.
Doch fort von Poirot und hin zu Holmes. Gestern habe ich mal einen Blick in das SH-Handbuch geworfen, das die neue Weltbild-Sammleredition abrundet. Wirklich nett. Ich hab zwar erst das erste Kapitel gelesen, aber die Hardwicks sind wohl ebenjene Holmes-Puristen, die man nach zu vielen schlechten Verfilmungen nötig hat. Wenn man aus dem Holmes'schen Kanon schon eine Wissenschaft machen möchte, ist der Kanon eben auch das einzige, auf das man sich stützen kann.
Insgesamt scheint mir die Weltbild-Edition wirklich schön gemacht zu sein, auch wenn sie sich zu Unrecht rühmt, die "erste deutsche Ausgabe mit den Original-Illustrationen" zu sein. Schon in der Delphin-Reihe waren Paget-Illustrationen drin.
Ach ja, dann gabs natürlich noch eine kleine Sensation: es wird nun bald Arsène-Lupin-Hörspiele geben! Ganz neu produziert. Warum es nun unbedingt "Die Gräfin Cagliostro" sein musste, verstehe ich zwar nicht, aber gut. Vielleicht ist die Hörspielfassung ja besser als das Buch, da gestraffter *g* Das zweite Hörspiel der Reihe scheint mir allerdings sehr interessant: "Die hohle Nadel". Holmes als Lupins Nemesis. Holmes alias Sholmès wird natürlich vom SWR-Holmes-Veteranen Walter Renneisen gesprochen. Achim Hall, der früher schon in Holmes-Hörspielen Nebenrollen gesprochen hat, leiht Graf de Gesvres seine Stimme.
Bei einem neuerlichen Blick in das Buch musste ich feststellen, dass Holmes in diesem Teil eigentlich keine so große Rolle zukommt, dass er bei den Sprechern so weit oben hätte Erwähnung finden müssen. Vielleicht wurde seine Rolle für das Hörspiel ja etwas gestreckt. Schließlich werden wir nicht die schöne Szene um Sholmès und Wilson miterleben dürfen, als Lupin sie in einem Haus einsperrt, damit sie ihn nicht bei einem seiner Beutezüge stören.
Nun, wie dem auch sei. Ich hoffe, dass die Produktion gut ist. Am 3./10. Juli werden wir uns von der "Grafin Cagliostro" und am 23./30. Juli von der "Hohlen Nadel" selbst ein Bild machen können. Alle Teile laufen auf SWR2 jeweils von 21.03-22.15 Uhr.
Donnerstag, 19. Juni 2008
Holmes und Film & Fernsehen
Die EM bringt alles durcheinander, zugegebenermaßen. All die laufenden Projekte auch. Es bleibt mal wieder keine Zeit für die Kleinigkeiten nebenher.
Heute Abend jedoch muss ich hier noch ein paar Zeilen schreiben, die mir auf den Nägeln brennen. Habe ich doch vor einigen Tagen begonnen, "Sherlock Holmes in Film und Fernsehen" zu lesen. Insgesamt sehr interessant. Doch immer wieder stelle ich mir die Frage, warum Basil Rathbone dermaßen über den grünen Klee gelobt wird. Liegt es vielleicht daran, dass die Autoren dieser Artikel alle in einem Alter sind, wo es noch keine ernsthaften Alternativen gab? Oder hängt Rathbone ein gewisser Nostalgie-Faktor an? Und warum wird gesagt, dass Lee als Holmes wohl nie durchschlagenden Erfolg hatte, weil die Drehbücher so schlecht waren, gleichzeitig jedoch Rathbone als herausragender Darsteller hervorgehoben wird, um im gleichen Atemzug zu sagen, dass viele von dessen Filmen drehbuchtechnisch auch für die Tonne waren... verstehe ich nicht. Muss ich aber vermutlich auch nicht. Ich habe zugegebenermaßen keine Ahnung von Holmes-Filmen, da ich nicht sehr viele gesehen habe. Ich kann nur sagen, was mir gefällt und was nicht. Und Rathbone gefällt mir nicht.
Das Argument, Margareth Rutherford sei auch anders als die von Christie angedachte Miss Marple, zählt nicht. Rutherford machte aus der eigentlich langweiligen Marple eine witzige und interessante Figur, während Rathbone auf mich einfach nur total langweilig wirkt. Hab ichs mir nun endlich mit allen Rathbone-Fans verscherzt? Gut.
Wahrscheinlich ist diese ganze Sache einfach psychologisch bedingt. Wie das erste Auto, das man fährt, etwas ganz besonderes ist, und man für immer bei der gleichen Handy-Marke bleibt, so bewundert man auch sein ganzes Leben lang die Filme und Serien, die man als Kind oder Jugendlicher gut fand. Bei den meisten Rathbone als Holmes. Bei mir nicht.
Was diese ganz frühen deutschen Verfilmungen unter zuhilfenahme der Figur des Arsène Lupin angeht... da weiß man ja gar nicht, wer die schlechten Ideen von wem gestohlen hat. Eine der Lupin-Geschichten bedient sich doch auch dieses Motivs einer Stadt, die unter Wasser liegt. Spontan kann ich mich jetzt grad allerdings nicht erinnern, in welcher Geschichte das vorkam. "Die Dame mit den grünen Augen"? Hm, kann sein. Jedenfalls fand ich das dort schon total seltsam. Das Geld hätte sich die Filmgesellschaft wohl besser gespart. Aber nun ja, die heutigen Filme sind teilweise wohl auch nicht besser geschweige denn logischer, nur die Effekte sind besser (und es wird noch mehr Geld in die Verfilmungen dämlicher Drehbücher investiert).
Jedenfalls kann ich es nun verstehen, warum mein Buchcover anfangs so vehement abgelehnt wurde und ich kann mir schon lebhaft vorstellen, welche Prügel ich einstecken muss, wenn es denn in den nächsten Monaten erscheint und den Mitgliedern der Gesellschaft vorliegt. Wo es jetzt schon zerrissen wurde, wird der Rest der Meute kein gutes Haar mehr daran lassen. Andererseits... wer Nigel Bruce als Watson ertragen kann, der soll sich mal nicht so über meine Interpretation aufregen!
In diesem Sinne eine gute Nacht.
Heute Abend jedoch muss ich hier noch ein paar Zeilen schreiben, die mir auf den Nägeln brennen. Habe ich doch vor einigen Tagen begonnen, "Sherlock Holmes in Film und Fernsehen" zu lesen. Insgesamt sehr interessant. Doch immer wieder stelle ich mir die Frage, warum Basil Rathbone dermaßen über den grünen Klee gelobt wird. Liegt es vielleicht daran, dass die Autoren dieser Artikel alle in einem Alter sind, wo es noch keine ernsthaften Alternativen gab? Oder hängt Rathbone ein gewisser Nostalgie-Faktor an? Und warum wird gesagt, dass Lee als Holmes wohl nie durchschlagenden Erfolg hatte, weil die Drehbücher so schlecht waren, gleichzeitig jedoch Rathbone als herausragender Darsteller hervorgehoben wird, um im gleichen Atemzug zu sagen, dass viele von dessen Filmen drehbuchtechnisch auch für die Tonne waren... verstehe ich nicht. Muss ich aber vermutlich auch nicht. Ich habe zugegebenermaßen keine Ahnung von Holmes-Filmen, da ich nicht sehr viele gesehen habe. Ich kann nur sagen, was mir gefällt und was nicht. Und Rathbone gefällt mir nicht.
Das Argument, Margareth Rutherford sei auch anders als die von Christie angedachte Miss Marple, zählt nicht. Rutherford machte aus der eigentlich langweiligen Marple eine witzige und interessante Figur, während Rathbone auf mich einfach nur total langweilig wirkt. Hab ichs mir nun endlich mit allen Rathbone-Fans verscherzt? Gut.
Wahrscheinlich ist diese ganze Sache einfach psychologisch bedingt. Wie das erste Auto, das man fährt, etwas ganz besonderes ist, und man für immer bei der gleichen Handy-Marke bleibt, so bewundert man auch sein ganzes Leben lang die Filme und Serien, die man als Kind oder Jugendlicher gut fand. Bei den meisten Rathbone als Holmes. Bei mir nicht.
Was diese ganz frühen deutschen Verfilmungen unter zuhilfenahme der Figur des Arsène Lupin angeht... da weiß man ja gar nicht, wer die schlechten Ideen von wem gestohlen hat. Eine der Lupin-Geschichten bedient sich doch auch dieses Motivs einer Stadt, die unter Wasser liegt. Spontan kann ich mich jetzt grad allerdings nicht erinnern, in welcher Geschichte das vorkam. "Die Dame mit den grünen Augen"? Hm, kann sein. Jedenfalls fand ich das dort schon total seltsam. Das Geld hätte sich die Filmgesellschaft wohl besser gespart. Aber nun ja, die heutigen Filme sind teilweise wohl auch nicht besser geschweige denn logischer, nur die Effekte sind besser (und es wird noch mehr Geld in die Verfilmungen dämlicher Drehbücher investiert).
Jedenfalls kann ich es nun verstehen, warum mein Buchcover anfangs so vehement abgelehnt wurde und ich kann mir schon lebhaft vorstellen, welche Prügel ich einstecken muss, wenn es denn in den nächsten Monaten erscheint und den Mitgliedern der Gesellschaft vorliegt. Wo es jetzt schon zerrissen wurde, wird der Rest der Meute kein gutes Haar mehr daran lassen. Andererseits... wer Nigel Bruce als Watson ertragen kann, der soll sich mal nicht so über meine Interpretation aufregen!
In diesem Sinne eine gute Nacht.
Freitag, 23. Mai 2008
Requisite!
Schon wieder so lange her, dass ich mich hier zum letzten Mal geäußert habe... in der letzten Zeit war irgendwie nicht allzuviel... Zeit zum Schreiben. Nun denn.
Was ist in der Zwischenzeit passiert...?
Ich habe inzwischen drei Holmes-Filme mit Basil Rathbone gesehen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich vermutlich niemals für Holmes interessiert hätte, wenn das die erste Begegnung mit der Figur gewesen wäre. Schlimmer noch, wahrscheinlich hätte ich dann niemals ein Buch zur Hand genommen, um mich näher damit zu befassen. Dieses Geschichten-Mischmasch ist schrecklich, alles wirkt so amerikanisch, Holmes sieht aus wie Humphrey Bogart, Watson ist einfach nur beschränkt.... was mich allerdings wirklich überrascht hat, ist, dass selbst in diesen frühen Verfilmungen Watson bereits dieser gewisse klischeehafte Ruf anhaftet: immer hungrig und immer Ausschau haltend nach (in dieser Fassung auch noch viel zu jungen) Frauen.
Außerdem zerstören diese Filme für mich eben das, was die Geschichten ausmachten: Holmes, allein auf seinen Verstand und nicht auf die Technik angewiesen. Hier gibt es Autos, Flugzeuge, Telefone, Taschenlampen, elektrisches Licht etc etc. Nichts bleibt von der heimeligen Stimmung der Bakerstreet, die von Kerzenlicht, der Zeitung und Telegrammen geprägt ist.
Dennoch... vergleicht man es mit der Brett-Serie, sieht man sofort, dass Brett ein großer Rathbone-Fan war und wie sehr diese frühen Filme die späteren prägten. Der persische Pantoffel, die Fenster, so viele kleine Details sind sozusagen kopiert.
Aber der Hut... meine Güte, gab es in der amerikanischen Requisite nichts besseres als dieses Anglerhütchen für Holmes?
Von den Stories wollen wir gar nicht erst reden. Der letzte Film, den ich sah, war die Orangenkerne-Version. Watson stellt sich, wie immer, mal wieder besonders doof an... mir allerdings stellte sich besonders die Frage, wie viele Likörgläser sich nach amerikanischer Auffassung wohl so durchschnittlich in einem englischen Landhaus befanden...?
Nun, genug der Schelte auf die Rathbone-Filme.
Ich habe bereits vor einigen Tagen begonnen, "Teuflisches Genie" zu lesen. Das Buch war erst mal ziemlich langweilig. Eine Mischung aus Artemis Fowl und bisschen Harry Potter mit einem Hauch von Otherland. Aber die Figur des Thaddeus Roth... ah, Thaddeus, da klingelt doch was, hm? Ich habe diesen Namen erst einmal zuvor in einer Geschichte gelesen und das war "Das Zeichen der Vier". Die Beschreibung von Roth erinnert allerdings eher an Holmes: groß, schlank, Adlernase, schmale lange Finger, die er beim Nachdenken aneinanderlegt... ob von der Autorin gewollt oder nicht, es erinnert frappierend an Holmes.
Ach ja, dann hat sich meine Büchersammlung wieder ein wenig vergrößert... ich muss wirklich mal die Seite aktualisieren. Und ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Half Sovereigns von 1893.

Über welche (teuren) Kleinigkeiten man sich so freuen kann...
Samstag, 3. Mai 2008
Neues aus der Computerwelt... oder auch nicht
Gestern war ich leicht irritiert. "Neuerscheinung", las ich da, "Sherlock Holmes: Nemesis". Ah ja. Dabei ist es doch schon seit den letzten x Ausgaben so, dass die neuen SH-Games immer vor Weihnachten erscheinen. Und der neue Teil solle doch irgendwas mit Jack the Ripper sein. Schon wieder Lupin? Dennoch, der letzte Lupin-Teil erschien doch schon im letzten Dezember... dieser am 14. April... Und ein anderes Cover hat das gute Stück auch:

Diese Version ist wohlgemerkt nur für den englischen und amerikanischen Markt. Scheinbar lässt sich Arsène Lupin da nicht verkaufen, jedenfalls nicht, wenn es draufsteht. Okay, in Amiland hat man vermutlich noch nie etwas von Lupin gehört, allerdings bezweifle ich auch, dass die angesprochene Zielgruppe dort weiß, was "Nemesis" bedeutet. Aber gut. Etwas seltsam ist es schon und es wird wohl nicht wenige geben, die bei einem Blick aufs Cover sagen: "Das ist Sherlock Holmes?! Den hatte ich mir immer anders vorgestellt..."
Freitag, 2. Mai 2008
Stehkragenhelden...
Das Fotoshooting der letzten Woche brachte einige Erkenntnisse und förderte ein interessantes Dokument zutage.

Zuerst einmal die Erkenntnis, dass Sherlock Holmes die wahrscheinlich am meisten ikonisierte Figur der Literaturgeschichte ist. Zum einen gibt es die Klischeevariante mit Deerstalker, Lupe und Pfeife und zum anderen sind da noch die Menschen, die ihm ein Gesicht gaben: Sidney Paget, Basil Rathbone, Jeremy Brett. Und natürlich die eigene Fantasie. Da die menschliche Fantasie im Allgemeinen allerdings eher beschränkt ist, greift sie lieber auf bereits vorhandene Vorbilder zurück. Für unsere Low-Budget-Produktion hätte das nun fast das Ende bedeutet. Aber... Entwarnung! Auch wenn das größte Lob an das Grammophon ging, so hat das noch nicht viel zu sagen.
In der Hutschachtel des Zylinders fand sich dann doch tatsächlich noch eine Ausgabe der Dudweiler Zeitung vom September 1905. Das an sich wäre schon erstaunlich, aber einer der Artikel darin ist ebenfalls zeitgeschichtlich interessant:

Es ist ein Artikel über die damalige Jugend. Ein Geistlicher prangert an, dass die Jugendlichen nur noch trinken und pöbeln und schwächlich sind... hm, erinnert das nicht irgendwie an die Reden, die heute ebenfalls geschwungen werden und den Satz: "Früher war alles besser."?
War das so? Vermutlich sagt das jede Generation, weil sie mit der neuen Zeit nicht zurechtkommt. Dass sich etwas ändert, kann wohl kaum bestritten werden, aber ob es besser oder schlechter wird, kann wohl erst die nächste Generation beurteilen ;)
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